Verschwörungspraxis, live am Schweizer Fernsehen

Wie die Arena dem Historiker Daniele Ganser (rechts) eine Falle stellen wollte und Moderator Jonas Projer (links) selbst hineinfiel.

Seit Jahren verlieren die Massenmedien an Glaubwürdigkeit und damit auch an Auflage, Reichweite und Einfluss. Seit dem letzten Herbst versuchen sie nun, mit dem Begriff «fake news», Terrain gut zu machen.
Auch die SRG stellte in einer Arena-Sendung unter dem Titel «Trumps Krieg» die Frage: «Gibt es gute Gründe, den Medien zu misstrauen? Oder sind die Medien wichtiger denn je, um Trumps Lügen aufzudecken?» Die Sendung bot eine unfreiwillige Live-Demonstration, wie Halbwahrheiten in die Welt gesetzt werden und zu welchem Zweck.

Am Beispiel der vielen unvorsichtigen, übertriebenen oder gar eindeutig falschen Äusserungen des US-Präsidenten lässt sich natürlich leicht zeigen, dass die Medien auf der Seite der Wahrheit stehen und einen berechtigen Anspruch darauf haben, als vierte Gewalt wahrgenommen zu werden. Ein sicheres Terrain für die Medien, müsste man meinen. Weiterlesen

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Wieviel Halbwahrheiten darf man in fünf Minuten verbreiten

Hässig-geigerAuch Experten sind vor der Verbreitung von gefährlichen Halbwahrheiten nicht geschützt. dies zeigt das neueste Interview von Lukas Hässig (insideparadeplatz.ch) mit Hans Geiger, dem ehemaligen Direktor des Instituts für Banking und Finance der Universität Zürich zur Vollgeld-Initiative. Mit Lukas Hässig habe ich zur Frage der Vollgeld-Reform schon zweimal öffentlich die Klingen gekreuzt. Wir haben unterschiedliche Ansichten, aber respektieren gegenseitig unsere Arbeit. Er ist der wirkungsvollste Kämpfer der Schweiz gegen die unsinnigen Bankenboni, ich kämpfe gegen die private Geldschöpfung durch die Banken. Hans Geiger kenne ich von einem Telefongespräch über die problematische Rechtsnatur des Geldes. Und auch er ist überzeugt: «Irgendemal chlöpfts.»

Aber was die beiden in ihrem neusten Gespräch über die Vollgeld-Initiative sagen, hat mit seriösem Journalismus nichts zu tun, sondern entspricht einem vorgezogenen Abstimmungskampf. Weiterlesen

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Wie Vertrauen entsteht

hiya-ronjoeVertrauen ist derzeit Mangelware. Die Staaten misstrauen einander und rüsten auf. Sie misstrauen auch ihren Bürgern und überwachen sie. Die Menschen ihrerseits gehen auch nicht besonders vertrauensvoll miteinander um und übervorteilen sich – aus Not, aus Gewohnheit oder Gier. Kein Wunder, dass wir insgesamt nicht besonders vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Wir erwarten eher schlimmere als bessere Zeiten und verhalten uns auch so. Und diese Erwartung macht sie erst recht nicht besser – ein klassischer Teufelskreis.

Wie entsteht eigentlich Vertrauen? Es hat, wie erwähnt, mit unserer Erwartung zu tun. Weiterlesen

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Trump: Eine unsichtbare Kraft hat gewonnen

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«Ganz unter uns», schrieb mein Seelenfreund Geni Hackmann im Februar dieses Jahres: «Donald Trump ist bestens geeignet für den Job des Präsidenten der USA. Er weiss wenigstens, wie man Konkurs geht. Vier Mal musste eine seiner Firmen die Bilanz deponieren; nie wurde sein persönliches Vermögen tangiert.»

Bei aller Durchschlagenheit: US-Präsidentschaftswahlen gewinnt man nicht als Individuum, sondern nur mit starken Kräften im Hintergrund. Hinter Hillary Clinton stand die Wallstreet und mit ihr der militärisch-industrielle-geheimdienstliche Komplex, der die Welt seit der Ermordung John F. Kennedys 1963 beherrscht. Die Schwerpunkte seines Programms sind Dollar-Hegemonie, Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Banken und die Durchsetzung der dadurch entstehenden Verschuldung durch Militarisierung, Globalisierung und Kontrolle. Darum galt Hillary Clinton zu Recht als Falke. Viele Friedensfreunde waren deshalb nicht glücklich über ihre Kandidatur. Hinter ihr standen Mediennetzwerke wie CNN, die New York Times und die liberale Presse in Europa wie der Guardian, die Zeit oder der Zürcher Tages-Anzeiger.

Hinter Trump stehen ganz andere, nicht minder potente, aber noch nicht sehr sichtbare Kräfte. Weiterlesen

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Wer profitiert von den tiefen Zinsen und wer bezahlt dafür?

Alles Geld besteht aus Schulden, denn Geld kommt nur dann in Umlauf, wenn jemand einen Bankkredit aufnimmt, sei dies nun ein Staat , ein Unternehmen oder eine natürliche Person.
Früher hat Geld etwas gekostet, nämlich den Zins. Frisches Geld bekam also nur, wer den Zins bezahlen konnte. Das waren neben den Vermögenden auch all jene, die bereit waren, dafür zu arbeiten.

In Zeiten von niedrigen Zinsen oder gar Negativzinsen ist das anders: Weiterlesen

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Einmalig: eine Bank erklärt ihren Kunden die Geldschöpfung aus dem Nichts

Am 17. August 2016 erklärte erstmals eine Bank ihren Kunden, wie sie aus dem Nichts Geld schöpft. Es handelt sich dabei um die Freie Gemeinschaftsbank in Basel, die nach anthroposophischen Grundsätzen geführt wird. Nüchtern, anschaulich und nahezu vollständig erklärt ein Mitglied der Geschäftsleitung in der neusten Ausgabe der Kundenzeitschrift «transparenz» die Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Kreditvergabe der Banken – ein weltweit vermutlich einmaliger Vorgang. Weiterlesen

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Wo die Macht im Staate liegt

Schreyer_-_Wer_regiert_die_Welt«Wir leben heute in einem doppelten System aus gewählter und informeller Regierung.» Dies ist das Fazit des deutschen Autors Paul Schreyer in seinem Buch «Wer regiert das Geld?». Auf der sichtbaren Seite der politischen Realität wählen wir Parlamente und Regierungen, die Gesetze erlassen und umsetzen, damit wir mit dem knappen Geld irgendwie zurechtkommen. Auf der unsichtbaren Seite der Realität geniesst das globale private Bankensystem das potente Privileg der Geldschöpfung und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Politik dieses Privileg aufrecht erhält und die Austerität legitimiert, die es erzwingt. Weiterlesen

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Wovon sich die Männer emanzipieren sollten

Grovel-©ron&joeDie Männerzeitung bat mich um einen Beitrag zum Thema «Geld». Hier das Resultat:

Der Mensch, und damit auch der Mann, ist von vielen Dingen abhängig. Aber nicht von allen muss er sich emanzipieren. Einige Abhängigkeiten dürfte er sogar ein bisschen stärker in sein Bewusstsein aufnehmen – die Abhängigkeit von der Natur zum Beispiel, von Liebe, von der Familie (schliesslich ist er in einer entstanden) oder von einer sinnvollen Arbeit. Sie schränken zwar auf der einen Seite die Freiheit ein, schenken aber auf der anderen Seite ein Mehrfaches zurück: das Glück einer Welt, in der alles seinen Platz hat, die Sicherheit verlässlicher Beziehungen oder die Erfüllung, sich in der Arbeit zu verwirklichen.

Am abhängigsten ist der Mann ausgerechnet von der Sache, die ihm die grösste Freiheit vorgaukelt: Geld. Es verspricht uns Wohlstand, Sicherheit und Ansehen, und wir opfern Weiterlesen

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Die Nationalbank bekommt die direkte Demokratie zu spüren

Harringer_GV_SNB_2016Eine neue Phase in der Geschichte der Nationalbank beginnt. Dies zeigt die Generalversammlung vom vergangenen Freitag. Es gab ausserordentlich viele Wortmeldungen und zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder Anträge. Bankratspräsident Jean Studer wehrte sich mit unkonventionellen Massnahmen gegen den direkt-demokratischen Ansturm.

Die Nationalbank hat ein institutionelles Problem, das sich in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld zunehmend manifestiert. Sie verfolgt ein gesamtwirtschaftliches Ziel im Interesse der Allgemeinheit (und vor allem der Banken!), ist aber wie eine private Aktiengesellschaft im Besitz der Aktionäre organisiert. Deren Rechte sind allerdings durch das Bundesgesetz über die Nationalbank (NBG) – gewissermassen ihre Statuten – stark eingeschränkt. Die Geldpolitik zum Beispiel wird vom dreiköpfigen Direktorium autonom gestaltet und kann weder von Parlament, Bundesrat, Bankrat oder Aktionären beeinflusst werden. Aber auch das Direktorium unterliegt dem Nationalbankgesetz, und dazu wiederum kann die Generalversammlung Änderungen vorschlagen, die dann vom Bundesrat zur Beratung an die Eidg. Räte weitergeleitet werden müssen.

Diese Möglichkeit – etwas einfacher als der Weg über eine Volksinitiative – hat nun die Phantasie einer Westschweizer Aktionärsgruppe «Assemblée des Actionnaires Actifs Positifs» (AAA+) angeregt, die im Vorfeld zehn Anträge einreichte. Weiterlesen

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Nationalbank blockiert unerwünschte Anträge an die Generalversammlung

«Schweizer Franken» soll nur noch das gesetzliche Zahlungsmittel der Nationalbank heissen dürfen, aber nicht mehr das Surrogat der privaten Banken, das diese aus dem Nichts schöpfen. Und alle Bürger sollen ein pleitesicheres Konto bei der Nationalbank führen dürfen. Von diesen und sieben weiteren Anträgen an die Generalversammlung vom kommenden 29. April will die Nationalbank nichts wissen. Obwohl statuten- und gesetzeskonform eingereicht, hat sie der Bankrat nicht auf die Traktandenliste gesetzt. Die Antragsteller erwägen nun, die Verschiebung der GV zu erzwingen.
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