Wovon sich die Männer emanzipieren sollten

Grovel-©ron&joeDie Männerzeitung bat mich um einen Beitrag zum Thema «Geld». Hier das Resultat:

Der Mensch, und damit auch der Mann, ist von vielen Dingen abhängig. Aber nicht von allen muss er sich emanzipieren. Einige Abhängigkeiten dürfte er sogar ein bisschen stärker in sein Bewusstsein aufnehmen – die Abhängigkeit von der Natur zum Beispiel, von Liebe, von der Familie (schliesslich ist er in einer entstanden) oder von einer sinnvollen Arbeit. Sie schränken zwar auf der einen Seite die Freiheit ein, schenken aber auf der anderen Seite ein Mehrfaches zurück: das Glück einer Welt, in der alles seinen Platz hat, die Sicherheit verlässlicher Beziehungen oder die Erfüllung, sich in der Arbeit zu verwirklichen.

Am abhängigsten ist der Mann ausgerechnet von der Sache, die ihm die grösste Freiheit vorgaukelt: Geld. Es verspricht uns Wohlstand, Sicherheit und Ansehen, und wir opfern Weiterlesen

Veröffentlicht unter Armut, Geldschöpfung, Vollgeld | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Nationalbank bekommt die direkte Demokratie zu spüren

Harringer_GV_SNB_2016Eine neue Phase in der Geschichte der Nationalbank beginnt. Dies zeigt die Generalversammlung vom vergangenen Freitag. Es gab ausserordentlich viele Wortmeldungen und zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder Anträge. Bankratspräsident Jean Studer wehrte sich mit unkonventionellen Massnahmen gegen den direkt-demokratischen Ansturm.

Die Nationalbank hat ein institutionelles Problem, das sich in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld zunehmend manifestiert. Sie verfolgt ein gesamtwirtschaftliches Ziel im Interesse der Allgemeinheit (und vor allem der Banken!), ist aber wie eine private Aktiengesellschaft im Besitz der Aktionäre organisiert. Deren Rechte sind allerdings durch das Bundesgesetz über die Nationalbank (NBG) – gewissermassen ihre Statuten – stark eingeschränkt. Die Geldpolitik zum Beispiel wird vom dreiköpfigen Direktorium autonom gestaltet und kann weder von Parlament, Bundesrat, Bankrat oder Aktionären beeinflusst werden. Aber auch das Direktorium unterliegt dem Nationalbankgesetz, und dazu wiederum kann die Generalversammlung Änderungen vorschlagen, die dann vom Bundesrat zur Beratung an die Eidg. Räte weitergeleitet werden müssen.

Diese Möglichkeit – etwas einfacher als der Weg über eine Volksinitiative – hat nun die Phantasie einer Westschweizer Aktionärsgruppe «Assemblée des Actionnaires Actifs Positifs» (AAA+) angeregt, die im Vorfeld zehn Anträge einreichte. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Banken, Demokratie, Franken, Geldschöpfung, Uncategorized, Vollgeld | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Nationalbank blockiert unerwünschte Anträge an die Generalversammlung

«Schweizer Franken» soll nur noch das gesetzliche Zahlungsmittel der Nationalbank heissen dürfen, aber nicht mehr das Surrogat der privaten Banken, das diese aus dem Nichts schöpfen. Und alle Bürger sollen ein pleitesicheres Konto bei der Nationalbank führen dürfen. Von diesen und sieben weiteren Anträgen an die Generalversammlung vom kommenden 29. April will die Nationalbank nichts wissen. Obwohl statuten- und gesetzeskonform eingereicht, hat sie der Bankrat nicht auf die Traktandenliste gesetzt. Die Antragsteller erwägen nun, die Verschiebung der GV zu erzwingen.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter Banken, Debatte, Franken, Geldschöpfung, Nationalbank | 3 Kommentare

Bargeld: Die Bürger sind gefordert

Haering_Bargeld-coverMan kann mit der «Abschaffung des Bargelds und die Folgen» problemlos einen höchst anregenden faulen Sonntag verbringen. Das neuste Buch von Norbert Häring hat 250 Seiten und ist so flüssig und packend geschrieben, dass man es nicht mehr weglegen mag. In der Tat: Der Autor beschreibt einen globalen Kriminalfall, der vor unseren Augen vorbereitet wird. Ein Kriminalfall ist es, weil die Begründung der Bargeldabschaffer nicht mit ihren tatsächlichen Absichten übereinstimmt und weil die Folgen zu gewaltigen Umverteilungen führen werden, derer sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht bewusst sind.

Worum geht es? Weiterlesen

Veröffentlicht unter Banken, Demokratie, Nationalbank, Szenario, Vollgeld | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Mit «Phoenix» in die Asche

Der «Economist» wusste schon vor dreissig Jahren, dass in den kommenden Jahren eine neue Weltwährung eingeführt wird.

«In dreissig Jahren werden Amerikaner, Japaner, Europäer und Menschen in vielen anderen reichen und auch vergleichsweise armen Ländern ihre Einkäufe in ein und derselben Währung bezahlen. Die Preise werden nicht in Dollars, Yen oder D-Mark angegeben, sondern beispielsweise in «Phoenix». Der «Phoenix» wird von Unternehmen und Konsumenten bevorzugt, weil er viel praktischer ist als die heutigen nationalen Währungen, die dannzumal als altertümliche Ursache für die Zerrüttung der Wirtschaft im 20. Jahrhundert erscheinen werden. Zu Beginn des Jahres 1988 scheint dies eine haarsträubende Vorhersage zu sein.»

Das war vielleicht vor 28 Jahren «haarsträubend», als der Economist die Vorhersage in einer Titelgeschichte publizierte; aber heute scheint sie sich zu bewahrheiten. Bereits 2009 autorisierte der G 20-Gipfel den IWF, 250 Mrd. in «Sonderziehungsrechten» (eine synthetische Verrechnungswährung für den Gebrauch zwischen Zentralbanken) in Umlauf zu bringen. Damit, schrieb die englische Zeitung Telegraph damals, würde «de facto eine Weltwährung ins Spiel gebracht». Weiterlesen

Veröffentlicht unter Crash, Demokratie, Dollar, Geldschöpfung, Szenario, Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Die Welt ist pleite und kaum jemand merkt es

pleiteLiebe Leserinnen und Leser

Ich habe kürzlich für einen Vortrag nach einem neuen Weg gesucht, den Zustand unseres Geldsystems in einem Bild verständlich zu machen. Der nachfolgende Text ist gewissermassen eine Nachschrift des entsprechenden Abschnitts aus dem Vortrag. Er wird hier für eine begrenzte Zeit veröffentlicht und wird sobald als möglich durch einen strukturierten Text mit Quellenangaben ersetzt.

Wir müssen erkennen, dass die Welt als Ganzes pleite ist und dass wir ein geregeltes Konkursverfahren durchführen müssen, anstatt immer mehr Länder in die Enteignung zu schicken. Griechenland ist ja nicht das erste Land, sondern nur das erste der Eurozone. Ihm vorangegangen sind die Länder des europäischen Ostens und sämtliche Entwicklungsländer. Weitere, noch als vergleichsweise wohlhabend geltende Länder werden ihm folgen. Schliesslich werden alle einem illegalen Schuldenregime unterstellt.

Warum sind wir durch und durch pleite? Weil die Geldmenge von vielleicht 60 Bio. Dollar, grosszügig gerechnet, in keiner Weise reicht, alle Geldschulden zu bezahlen. Denn Geldschulden müssen mit Geld bezahlt werden, nicht mit Rindern, Ländereien oder dem, was wir auf dem Dachboden noch so haben. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Banken, Bankrott, Crash, Debatte, Krise, Szenario | 1 Kommentar

Frisierte Statistiken sorgen für «gute» Stimmung

«US-Arbeitsmarkt zeigt Stärke» titelte die Neue Zürcher Zeitung in der Wochenendausgabe vom 9./10. Januar auf ihrer Frontseite. Die Platzierung beweist die Bedeutung des Arbeitsmarktes für den Zustand der Finanzwirtschaft. Solange mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, darf man trotz zweifelhaftem Umfeld mit sinkenden Erdölpreisen und einer kritischen Situation an Chinas Börsen noch Hoffnungen auf Gewinne haben. Fast 300’000 neue Stellen wurden in den USA nach Angaben der NZZ im Dezember geschaffen. Sie bezog sich dabei vermutlich auf Berichte von Nachrichtenagenturen und nicht auf die Zahlen des amerikanischen «Bureau of Labor Statistics»; dann hätte sie nämlich festgestellt, dass bloss 11’000 neue Stellen geschaffen wurden und der ganze Rest auf saisonale Angleichung zurück geht, also auf statistische Kosmetik. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Börse, Dollar, Krise | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

US-Leitzins-Erhöhung: ein «Weltklasse-Betrug»

Nach mehr als sieben Jahren, in denen sich die amerikanischen Banken beim Federal Reserve System zum Nulltarif Geld holen konnten, ist die Zinserhöhung ein starkes Signal, dass das Ende der Party begonnen hat. Über die konkreten Auswirkungen gehen die Meinungen der Ökonomen weit auseinander.
Sicher ist aber eines: Für die US-Banken ist die Zinserhöhung einmal mehr ein todsicheres Geschäft in diesen unsicheren Zeiten. Sie haben seit 2008 Reserven an Zentralbankgeld im Umfang von 2,6 Bio. Dollar angehäuft. Das ist Geld, das nie in der Realwirtschaft angekommen ist. Dafür muss ihnen das Fed nun den IOER bezahlen, den «Zins für überschüssige Reserven» (interest on excess reserves) von rund 30 Mrd. Reagans ehemaliger Budget-Minister David Stockman, aus dessen Newsletter ich diese Information habe, bezeichnet die Geschichte als «Weltklasse-Betrug». Wenn Sie in Ihrer Zeitung nichts davon zu lesen bekommen haben, wissen Sie, dass er funktioniert hat.

Veröffentlicht unter Banken, Dollar, Geldschöpfung | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Wie die SVP am 9. Dezember wieder zur vollwertigen Bundesratspartei wird

Es ist Zeit, die Waffe der SVP gegen sie selber zu richten. Mit ihrer Klausel, die inoffiziellen Kandidaten aus ihren Reihen die Annahme einer Wahl in den Bundesrat mit dem Parteiausschluss sanktioniert, stellt sich die SVP-Fraktion selbstherrlich über das verfassungsmässige Wahlgremium der Landesregierung, die Vereinigte Bundesversammlung. Eine Partei, die sich mit einem solchen Statut über die von ihr selbst so oft beschworene Verfassung stellt, ist per se nicht regierungsfähig. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Demokratie, Parteien, SVP | 2 Kommentare

Vollgeld-Iniative eingereicht: ein erster, grosser Erfolg

Vollgeld-Übergabe_Bundeskanzlei_12-15So viel Wahrheit hat das Medienzentrum des Bundes wohl noch nie gesehen, wie am vergangenen 1. Dezember. Und obwohl nur sechs Medienvertreter anwesend waren, ist recht viel davon an die Öffentlichkeit gedrungen. Rund 70 Medien berichteten über die Einreichung der Vollgeld-Initiative mit 111’000 gültigen Unterschriften.

Es war ein historischer Tag, nicht nur für die Schweiz, sondern ein bisschen für die ganze Welt. Dank der Initiative wird zum ersten Mal in der Geschichte des Blauen Planeten ein Volk über das bedeutendste Privileg, das der Geldschöpfung, demokratisch bestimmen können.

Worum geht es? Geld ist eine der wichtigsten Grössen überhaupt. Menschen opfern den besten Teil ihres Lebens seinem Erwerb, Staaten gehen zugrunde an seinem Mangel und eine kleine Minderheit wird unermesslich reich – man weiss nicht recht wie und wofür. Der Schlüssel liegt in den Regeln des Geldes, das von der Wissenschaft unglücklicherweise als neutrale Grösse behandelt wird. Doch das ist ein Irrtum. Denn die Gesetze seiner Schöpfung bestimmen auch seine Verwendung. Wer Geld schöpft, entscheidet über die Verteilung der Güter. Deshalb liegt dieses grosse Privileg historisch in den Händen des Souveräns: Die höchste Instanz soll festlegen, wie neues Geld in Umlauf kommt und wer es erhält. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Banken, Demokratie, Geldschöpfung, Nationalbank, Vollgeld | Hinterlasse einen Kommentar