US-Wirtschaft: So träge wie zur Zeit der Sklaverei

Die Produktivität der US-Wirtschaft ist 2016 erstmals seit der Finanzkrise wieder gesunken, obwohl sie der Technologie-Boom eigentlich effizienter machen müsste. Die Experten rätseln noch, warum das so ist und vermuten eine ungenaue Datenerhebung. Einen anderen Grund für den Rückgang schlägt Tyler Durden vom Infoportal ZeroHedge (Motto: «Auf lange Sicht fällt die Überlebenswahrscheinlichkeit für alle auf Null») vor: das Smartphone. Weiterlesen

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Ohne Liebe keine Freiheit

Freiheit! Darüber zu schreiben ist ein Risiko. Aber es muss versucht werden.

Freiheit ist das grosse Paradox der menschlichen Existenz. Alle wollen frei sein. Gleichzeitig ist das Leben ein grosses Miteinander – niemand kann allein. Vielleicht scheint sie deshalb irgendwie unerreichbar. Man kann sich zwar in Freiheit fühlen, aber sicher ist man ihrer nie. Nicht einmal das Denken ist frei. Zumindest können wir es nicht wissen. Die Gedanken könnten ja ein Spielchen mit uns treiben, und die Freiheit könnte sich im Undenkbaren verbergen. Und dann, nach langem Irren durch den unwegsamen Dschungel vermeintlicher Freiheiten die grosse Ernüchterung: Freiheit haben wir, wenn wir auf sie verzichten.

Logisch: Die Grenze meiner Freiheit ist die Freiheit des Nächsten. Nur: In einer Welt, in der alles mit allem verbunden ist, sind diese Grenzen potenziell unendlich nah. Das klingt vielleicht abstrakt und philosophisch, hat aber alltägliche Wirkung. Nehmen wir zum Beispiel die Spiegelneuronen, Gehirnzellen, die bei der Wahrnehmung von Handlungen Anderer Reaktionen in uns auslösen, als ob wir sie selbst ausführten. Sie signalisieren eine viel tiefergehende Verbindung zwischen den Menschen und aller Kreatur, als wir gemeinhin annehmen. Wir spüren diese Verbindung beim Fremdschämen, wenn jemandem Schmerz zugefügt wird und wir ihn selbst fühlen oder in allen Momenten des Mitleids. Die Spiegelneuronen sind dabei nicht die materielle Ursache dieses Mitfühlens, sondern die biologische Manifestation eines geistigen Vorgangs. Wenn wir das Bild eines fremden Schmerzes sehen – zum Beispiel auf einem Bildschirm –, wird keine Materie ausgetauscht, bloss Information. Trotzdem entsteht eine körperliche Reaktion.
Dieses Mitfühlen findet wohl immer statt, man nimmt es nur nicht immer wahr; wir könnten mit diesem ständigen Strom an Emotionen vermutlich auch nicht umgehen. Auf der Ebene des Gefühls und des Geistes sind wir also ein allumfassendes, wenn auch wenig bewusstes Menschenkollektiv.

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Endlich: eine Bank für alle und für jedes Geschäft

Wer heute mit Geld zu tun hat, braucht viele Partner: Von der einen Bank kriegt er einen Kredit, auf eine andere fliesst sein Lohn; für internationale Geschäfte braucht er eine Kreditkarte oder nutzt eine Plattform wie Paypal. Wenn er ein Crowdfunding-Projekt lancieren, einkaufen oder tauschen will, muss er sich auf unterschiedlichen Websiten einloggen – und sich auch immer wieder die Vertrauensfrage stellen.

Die 1bank4all will allerdings noch einiges mehr: Weiterlesen

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Plädoyer für einen links-grünen Protektionismus

Offene Grenzen, das klingt attraktiv für alle, die sie überschreiten möchten. Aber nur wenige schaffen es auch. Es sind vor allem das Kapital und die grossen Konzerne, die den Gewinn der Globalisierung davontrugen. Der Zustand der Welt ist ein deutliches Zeichen für das Ergebnis dieser Entwicklung.

Colin Hines, Initiant des Green New Deals von 2008, hat nun mit seinem Buch «Progressive Protectionism» einen Weckruf veröffentlicht, der sich vor allem an die Grünen und Linken richtet, die bis jetzt die Globalisierung unterstützt haben und sie mit Regulierungen zu zähmen versuchten. Weiterlesen

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Farinet: starker Start für Walliser Lokalwährung

Im Wallis wurde am 13. Mai eine neue Lokalwährung lanciert, der Farinet. Namensgeber ist der Falschmünzer Joseph Samuel Farinet (1845 bis 1880), der sein Falschgeld den Armen verschenkte und zu einem Volkshelden wurde, dem sogar ein kleines Museum in Saillon gewidmet ist.

Der Farinet ist eine Komplementärwährung, die man für Schweizer Franken kauft und die von zur Zeit rund 100 Geschäften als Zahlung angenommen wird. Die Geschäfte können ihre Farinets auf Wunsch wieder mit einem Einschlag von fünf Prozent in Schweizer Franken tauschen. Zwei Wochen nach der Lancierung sind bereits 50’000 Farinets im Umlauf, viele davon allerdings als Sammlerobjekt. Besonders beliebt ist die 13-er Note. Damit ist der Farinet vermutlich die erfolgreichste Lancierung einer Lokalwährung in der Schweiz seit dem WIR in den 1930er Jahren sein. Weiterlesen

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73 Prozent der Gewinne der Banken sind im Grunde Subventionen

«Making Money from Making Money», ein neuer Bericht der englischen New Economics Foundation und der Copenhagen Business School zeigt, dass «der Geldschöpfungsgewinn der Privaten Banken einer jährlichen Subvention von 23 Mrd Pfund entspricht, 73 Prozent der Gewinne der Banken nach Steuern». Er kommt zum Schluss, dass «Geldschöpfungsgewinne als eine andere Form öffentlicher Subventionen für den Bankensektor betrachtet werden können, die exzessive Boni und Kredite ohne Wertschöpfung fördern, die zu höheren Preisen bei Immobilien und Anlagen führen». Weiterlesen

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Bargeld spielt eine kleine Rolle in der Kriminalität

Die Abschaffung des Bargeldes kann die Schattenwirtschaft und die Terrorfinanzierung nur unwesentlich beeinflussen. Zu diesem Schuss kommt einer der führenden Experten für Schattenwirtschaft, der Linzer Ökonomieprofessor Friedrich Schneider in einer noch nicht veröffentlichten empirischen Studie  mit dem Titel«Restricting or Abolishing Cash: An Effective Instrument for Fighting the Shadow Economy, Crime and Terrorism?»
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Auf dem Weg zur Rebellion

Eine Mehrheit der jungen Menschen Europas zwischen 18 und 34 Jahren würde offenbar an einem Aufstand gegen die Regierung teilnehmen. Dies ist das erstaunliche Resultat einer gross angelegten Umfrage mit dem Titel «Generation What», die öffentliche Medienanstalten in 13 Ländern durchführten. Mit 67 Prozent ist die Bereitschaft zur Rebellion in Griechenland am grössten, mit 33 Prozent in den Niederlanden am geringsten. Die jungen Schweizerinnen und Schweiz liegen mit immerhin 44 Prozent im unteren Mittelfeld

Die Detailauswertung (hier download) zeigt, dass es vor allem wirtschaftliche Aspekte sind, die den Wunsch auf radikalen Wandel befeuert. Weiterlesen

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Die US-Zentralbank macht sich Sorgen um Studentenschulden

Der Druck, einen Hochschulabschluss zu machen, wird immer grösser. Gleichzeitig sinken die öffentlichen Gelder für Colleges und Universitäten und die Gebühren steigen. Das Ergebnis ist eine Verdoppelung der Schulden von US-Studentinnen und Studenten auf 1,3 Billionen Dollar innerhalb von zehn Jahren. Die Verschuldung der Haushalte, ihrerseits sehr hoch, stieg seit 2006 von 1,8 auf 2,4 Billionen. Die Entwicklung veranlasste die Fed zu einer Studie zum Problem. Weiterlesen

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Die Postfinance auf Abwegen in Richtung big data

Mit einem Trick will die Postfinance ihre Kunden dazu bringen, ihre Buchhaltung künftig über ein web-basiertes Softwarepaket abzuwickeln, das von der Postfinance selber betrieben und gehostet wird.

Bisher erhielten Firmen, die ihre Rechnungen mit dem orangen Einzahlungsschein mit Referenznummer (ESR) ausstellten, periodisch eine Datei, die sie auf einfachem, automatischem Weg in ihre Buchhaltung einlesen konnten. Neu wird diese Datei im ISO-konformen Format «camt.o54» ausgeliefert, die spezielle Software erfordert. Alfred Meyenberg, «Leiter Programm Harmonisierung ZV CH» bei der Postfinance empfiehlt dazu in einem eingeschriebenen Brief an die Kunden der Postfinance Weiterlesen

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