Der Stimmkraftverstärker

(Bild: Pixabay)

Ein Wahlzettel allein bringt nicht viel. Aber man kann seine Wirkung mit einer einfachen Methode potenzieren.

Um ein Haar hätte ich dieses Jahr nicht gewählt. Das Spektrum an substanzlosen Parteien, Listen und Stimmenfängern ist einfach zu gross für eine seriöse Wahl. Alle bewirtschaften Einzelinteressen, niemand sieht das grosse Ganze – die integrale Politik (IP) ausgenommen. Aber die steht nur in wenigen Kantonen zur Wahl. Zudem: Was verändert schon mein kleiner zerknitterter Stimmzettel. Ich war also drauf und dran, die Wahl anderen zu überlassen.

Aber dann hatte ich eine Idee, wie ich meiner Stimme etwas mehr Gewicht geben kann. Ich  schrieb den Kandidatinnen und Kandidaten auf meinem Wahlzettel einen Brief, indem ich ihnen erstens schrieb, dass ich sie wählte und zweitens, was ich von ihnen erwarte. Ich zitierte ein paar Punkte aus ihren Wahlversprechen und sagte ihnen, ich erhoffte mir, sie würden sich nicht nur vor der Wahl, sondern vor allem nachher nach Kräften dafür einsetzen. Und auch wenn sie nicht gewählt würden. Natürlich werden die sechs Kandidaten, die ich als Bewohner des Kantons Solothurn wählen durfte, nun nicht sofort die Schweiz zum Paradies umbauen. Aber sie wissen, dass da ein Wähler ist, der ihnen auf die Finger schaut und ihre Taten mit den Versprechen vergleicht.

Die fiese Variante der Stimmkraftverstärkung – für ich keine persönliche Empfehlung abgebe –, findet nach der Wahl statt: Schreiben Sie den Gewählten einen persönlichen Brief, sagen Sie, dass Sie ihnen Ihre Stimme gegeben hätten und formulieren Sie Ihre Wünsche. Wer das tut, macht sich automatisch zur «Bevölkerung», auf die sich Politiker gerne berufen, wenn sie eine vom Mainstream abweichende Meinung vertreten. Das «Volk» ist nämlich nicht das «Volk», sondern die Menschen, mit denen die betreffenden Politiker in Kontakt stehen – also Sie, liebe Leserinnen und Leser und alle, die sich der Stimmkraftverstärkung verschrieben haben.

Wie wichtig die Geldpolitik für die Wähler ist und wie wenig – eigentlich nichts – die Parteien dazu sagen und tun, zeigt der Beitrag «Der Wahlkampf zeigt ungeschminkt Schwächen unserer Demokratie» von Urs P. Gasche auf der empfehlenswerten Plattform Infosperber.
Was Urs P. Gasche leider nicht schreibt: Sämtliche in der Bundesversammlung vertretenen Parteien erhalten Geld von den Banken. Logisch, dass sie den Spielraum für Reformen in der Geld- und Steuerpolitik nicht nutzen.

Und jetzt doch noch ein Wahltipp: Der neue Mobilfunkstandard 5G mit einer Verhundertfachung der Leistung wird unser Leben mindestens kurzfristig viel stärker beeinflussen als das Klima, das sich mittlerweile fast alle Parteien ins Programm geschrieben haben. 5G erhöht nicht nur die Strahlenbelastung markant, sondern ist auch das grosse Eingangstor für die sog «smart Cities», die uns zu ferngesteuerten Hampelmännern machen wird, die am Tropf irgendeines Algorithmus’ hängen. 5G ist wissenschaftlich höchst umstritten, aber in der Politik noch nicht wirklich angekommen.

Der Verein «Schutz vor Strahlung» hat in verdienstvoller Weise die Kandidatinnen und Kandidaten mit kritischer Haltung übersichtlich nach Kantonen aufgelistet.
Mein Vorschlag: Wählen Sie Leute aus dieser Liste und setzen Sie den Stimmkraftverstärker ein. Das ist mindestens etwas, was man ohne grossen Aufwand tun kann.

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