Einmalig: eine Bank erklärt ihren Kunden die Geldschöpfung aus dem Nichts

Am 17. August 2016 erklärte erstmals eine Bank ihren Kunden, wie sie aus dem Nichts Geld schöpft. Es handelt sich dabei um die Freie Gemeinschaftsbank in Basel, die nach anthroposophischen Grundsätzen geführt wird. Nüchtern, anschaulich und nahezu vollständig erklärt ein Mitglied der Geschäftsleitung in der neusten Ausgabe der Kundenzeitschrift «transparenz» die Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Kreditvergabe der Banken – ein weltweit vermutlich einmaliger Vorgang.

Sie beschreibt die Kreditvergabe an einen Bäcker und resümiert: «Wie wir sehen, musste der Kreditbetrag nicht von einem anderen Konto erst abgebucht werden, um dann auf das Konto des Kreditnehmers gutgeschrieben werden zu können. Der Bäcker hat nicht etwa das Geld eines Einlagekunden der Bank, eines Sparers bekommen. Nein, das Geld hat vorher noch gar nicht existiert, es ist durch den geschilderten Buchungsvorgang erst entstanden, von der Bank geschöpft worden. Ein solcher Geldschöpfungsakt findet in unserem heutigen Geldsystem – ob uns dies bewusst ist oder nicht – bei jeder Kreditvergabe einer jedweden Bank notwendigerweise und ausnahmslos statt.»

Die Darstellung vermeidet allerdings die Gefahren der privaten Geldschöpfung gegen Zins. Wie mittlerweile einige wissen, entsteht dabei neben der gleich bleibenden Geldmenge auch eine Forderung, mit mit der Zeit wächst. Deshalb gibt es nie genug Geld im System, um alle Schulden zu bezahlen. Die Folge ist eine vielfältige Ungerechtigkeit: Einige werden zur Tilgung gezwungen – die Griechen zum Beispiel –, andere dürfen ihre Schulden stehen lassen, das viel höher verschuldete Japan etwa. Je rücksichtsloser das Bankensystem mit dieser Situation umgeht, desto grösser die Not. Anständige Banken dagegen, wie die Freie Gemeinschaftsbank, wirken dem entgegen, indem sie Kredite bewusst an Empfänger vergeben, die in der Welt der Starken und Schnellen keine Chance haben. Aber auch «gute» Banken spielen mit in einem System, das die Schere zwischen arm und reich auseinandertreibt und letztendlich in die Sackgasse der Totalverschuldung führt. Dass die Freie Gemeinschaftsbank nichts davon schreibt, ist nachvollziehbar. Aber auch sie wird sich der Frage stellen müssen, ob eine öffentliche Einrichtung – Geld – von privaten Interessen – dem Gewinnstreben der Banken – beherrscht werden soll und ob Banken nicht wieder ausschliesslich das tun sollen, was die meisten denken: die Einlagen der Sparer weiter zu vermitteln. Auch sie wird Stellung beziehen müssen, ob es gerecht ist, dass Banken mit selbst geschöpftem Geld bezahlen können, während wir in der Realwirtschaft hart dafür arbeiten müssen. Ich erwarte, dass die Bank der Anthroposophen aus Basel auch in diesen heissen Fragen vorangehen wird. Die Zeit dafür ist noch nicht reif, aber sie könnte früher kommen als erwartet.

Ausschnitt aus der «transparenz» über Geldschöpfung

Ganze Ausgabe

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11 Antworten auf Einmalig: eine Bank erklärt ihren Kunden die Geldschöpfung aus dem Nichts

  1. Chris A. Weller sagt:

    Ich vermute, dass sich diese Bank „vorsorglich“ besser positioniert haben will /soll, wenn dann die sog. Hochfinanz den Schalter plötzlich (für die Mehrheit wahrscheinlich doch überraschend) umlegt. Crashen kann ja bei diesem System nur was, wenn jene es wollen. Das soll ja längst nichts mehr mit Buchhaltung oder Oekonomieformeln zu tun haben.

    Auch eine sog. Freie Bank unterliegt vollständig dem Diktat von oben. Keine Bank macht ohne entsprechende Zusage oder Anweisung solcherlei Offenbarungen, wenn sie sich nicht das Genick brechen lassen will.

    Ich sehe das neben den sich durchsetzenden Null- und Negativzinsen als weiteres Zeichen, dass wir sehr kurz davor stehen. Im Übrigen tut sich auch in Deutschland bsw. bezüglich BaFin etwas, wenn auch verschleiert, sowie kürzlich in der Schweizer Presse eine deutliche Anspielung auf „Notvorrat“. Es gibt noch mehr „sonderbare Zeichen“, aber das würde hier politisch zu brisant und den Rahmen hier sprengen. – Also, Anfang Oktober vlt. ?

    Bleibt mir noch die Frage, ob das substanziell mit dem Migrationschaos, BREXIT u. a. koordiniert wird, um die NWO-Agenda „Ordnung aus Chaos“ zu begünstigen? – Es gäbe da noch ein anderes Spekulationsmodell, das etwas optimistischer ausschaut.

    Eine Spazierfahrt würde aber auch das nicht versprechen. Ich hoffe sehr, dass sich nicht zuviele von den günstigen Krediten blenden lassen und trotzdem auf dem bzw. ihrem Teppich bleiben.

    *

  2. Lauro Marza sagt:

    Interessant! ich habe dieser Artikel „..Bank erklärt ihren Kunden die Geldschöpfung aus dem Nichts“ mit Freude gelesen und danke dir Christoh für diese Publikation.
    Warum?
    Ich war an diversen Vorträgen über die Seriosität der Bankgeschäfte (schon vor 30 Jahren), organisiert von der Rudolf Steiner Schule in Baar. Ich habe dannzumal das Ganze nicht verstanden und deshalb kein Geld bei der „Freien Gemeinschaftsbank in Basel“ parkiert – obwohl mein Gefühl sagte, das Antroposophische Leitbild sei eine gute Sache
    Ich wünsche mir in Zukunft ein ganzheitlicheres Denken in der Welt – was Rudolf Steiner und Pestalozzi & andere vor 100 Jahren vorgelebt haben – und überlege, welcher Bank ich mein Sparguthaben anvertraue.

  3. BA BA MAGNI sagt:

    Nur fließendes Geld ist die Lösung. Das Geld zuhause behalten und dem Handwerker etc. geben, von dem man etwas bauen lassen will.
    Eigene Gärten anlegen, die Supermärkte verkaufen fast ausnahmslos nur tote (photonenarme) Produkte. Dann gibt es auch das Problem von viel Geld in der Kasse eines Ladenbesitzers nicht. Eigenproduktion.
    Zu Photonen im Internet nach „Alexander Popp suchen“, sensationelle Vorträge dazu auf Youtube.
    Man hat letztendlich ganz wenig Geld, weil man es kaum braucht und wenn, dann leiht man es zinslos einem Bekannten.
    Der Vorteil beim fließenden Geld: Am Ende des Jahres wird nur von dem Geld ein zehntel abgezogen, was man da aktuell in der Tasche hat und gegen neues 2017er Geld tauschen will. Von 100 NatürlicheWeltordnung-Geld, dann 10 und man geht mit 90 nach Hause. Im Mittelalter gab es eine Zeit die im Geschichtsunterricht völlig ausgeblendet wird, da gab es 300 Jahre Frieden. Auch die sogenannte Unterdrückung der Bauern durch Fürsten, das darf man auch erst glauben, wenn man es gesehen hat. Das waren nämlich eher sehr stabile Gemeinschaften, die die Römer (der Adler) vernichten mussten, um ihre Weltherrschaft zu verbreiten. Und das macht man mit Denunzierung. Siehe Scheiterhaufen etc.
    https://www.meerstern.de/projekte-anastasia
    Das Zedarhaus-> Ohne Strom!!! Hier kann niemand einen Stromzähler einrichten!
    https://www.youtube.com/watch?v=7F0rP1gF3Fw
    Schaut Euch mal an, wie der Großteil der Menschheit lebt:
    https://www.youtube.com/watch?v=QK24BVG3QSY
    Nur wenige Prozentanteile leben so, wie wir in der Schweiz und Deutschland. Sobald man auf der Landstraße nach Rom fährt, Genua, Nizza etwas weg vom Strand, dann ist alles totalst ärmlich.
    Wenn man dann das Geld über ein Jahr lang verleiht, dann bekommt man es aber eben mit 100 wieder zurück. Man hat also das Geld durchs Verleihen an jemand anderen im Wert stabil gehalten.
    Und der zehnt, der reicht der Allgemeinheit vollkommen aus. Aktuell wird in Deutschland nur 14% unseres erwirtschafteten Vermögens für uns behalten, der Rest wird vollkommen abgeschöpft und an ausländische Banken transferiert. Mit der Lüge der Verschuldung von Griechenland etc. Wir sind selbst megamäßig „verschuldet“!
    Alles Betrug, nur um den Menschen, den Griechen, den Italienern, den Kongolesern, den Thai… das Geld wegzunehmen und danach Ihre Grundstücke zu pfänden.
    Auf dieser Seite die Dokumente „10Gebote des Rechtssystems“ und „Hintergrundwissen.doc“ lesen, danach dann die Schreiben 16 und 17 an die Bank anschauen.
    https://bewusstscout.wordpress.com/2016/09/05/dokumente-zu-den-3-maerchenbuechern-des-rechtssystems
    Und sich Gedanken machen, ob das was man da gerade gelesen hat, stimmen könnte.
    Erst lesen, dann urteilen! Prüfe alles, glaube nichts!

  4. Sofran sagt:

    Rechtsbruch oder Schachmatt

    Mir ist ein in Deutschland anhängiger Prozess bekannt, bei dem auch hier eine der ganz großen Banken die Hosen runterlassen sollte, um dem Bankkunden zu offenbaren, wo denn das Geld herkommt. Man darf doch mal – auch mit Nachdruck – fragen.
    Status ist, dass die Richterin erst monatelang verzögert hat und dann gekniffen. Die Sache ist noch nicht am Ende. Die nächste Instanz muß sich etwas ausdenken, um ohne Gesichtsverlust aus diesem Schachmatt herauszukommen. Viel Spaß!

  5. Pingback: Südtiroler Volksbank gesteht am Landesgericht Bozen die Geldschöpfung aus dem Nichts ein! | der lebende freie Mann "erik"

  6. JazuVollgeld sagt:

    Die Deutsche Bundesbank nimmt, zum Thema Giral- bzw Buchgeld Entstehung unter den Begriff der Geldschöpfung auf seinen Internetseiten, kein Blatt vor dem Mund. Unter dem nachstehenden Link
    https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Service/Schule_und_Bildung/geldschoepfung.html?notFirst=true&docId=147694#doc147694bodyText2
    kann sich jeder Interessierte über die Entstehung und Vernichtung von Buchgeld informieren. Buchgeld ensteht durch einen banktechnischen Buchungsvorgang bei der Kreditausgabe an einen Kreditnehmer/Schuldner und verschwindet wieder bei Rückzahlung der Kreditsumme an die Bank/Gläubiger.

  7. Petra Keller sagt:

    Einmalig ist dies nicht, auch die Aargauer Kantonalbank hat für KMU eine Broschüre aufgelegt, die die Geldschöpfung der Privatbanken mit allen Makroökonomischen Auswirkungen erklärt. Geschrieben wurde diese Publikation von Prof. Matthias Binswanger.
    Der Link: https://www.akb.ch/-/media/files/www_akb_ch/pdfs/prospekte/wie-banken-geld-schaffen.pdf?la=de-ch

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  10. thom ram sagt:

    Danke für dein aufklärendes Wirken, Christoph.

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