Die Finanzwirtschaft wettet auf Crash

Devisenhändler setzen enorme Beträge auf den Zerfall des Euro. Der britische Trader Alessio Rastani verriet in einem Interview mit BBC, wie er und seine Kollegen am Zusammenbruch des Euro verdienen. Und er empfiehlt Anlegern, dies auch zu tun.

Das Interview wurde rasch über youtube verbreitet und zunächst für einen Scherz gehalten. BBC sah sich zu einem Dementi genötigt, das Interview sei echt.

Echt ist auch der Abwertungsdruck, der durch Leerverkäufe auf den Euro entsteht. Man muss schon sehr viel Geld in die Hand nehmen (das derzeit in Europa stündlich weniger wird), handlungsfähig sein (und nicht ständig auf Gipfelkonferenzen streiten) und einen langen Atem haben (auch der geht Europa langsam aus), um diesem Druck standzuhalten.

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass der Zerfall des Euros anhalten und er möglicherweise noch in diesem Jahr grundlegend reformiert werden muss.

Tragisch für die Schweiz: Die Nationalbank kauft zur Zeit en masse Euro für 1.20, ein Kurs, bei dem sich die crash-orientierten Anleger die Finger lecken. Die Nationalbank wird nicht in der Lage sein, die Franken, die sie jetzt auf den Markt wirft, später wieder zurückzukaufen. Die Folge: Unser Tafelsilber wird verscherbelt.

Dass sich Politik und Parlament nicht um diese Angelegenheit in vitalem Interesse unseres Landes kümmern, bzw. aufgrund des Nationalbank-Gesetzes nicht kümmern darf, ist ein klassisches Demokratie-Versagen. Der Bürger kann nicht viel tun, ausser die Medien und die Öffentlichkeit aufrütteln – und den Wahlzettel richtig ausfüllen.

 

Mehr zu Alessio Rastani und seinem BBC-Interview auf goldreporter.de

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Eine Antwort auf Die Finanzwirtschaft wettet auf Crash

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